Welcome, Mr. President!

Der FCSI hat einen neuen, weltweiten Präsidenten.
Martin Rahmann FCSI
Martin Rahmann wurde beim internationalen Board-Meeting am 30. November 2017 in Amsterdam mit einstimmigem Votum an die Spitze des internationalen Verbandes gewählt. Er folgt auf den Südamerikaner William Taunton.

Martin Rahmann FCSIFür Martin Rahmann ist es das zweite Spitzenamt in Folge, nachdem er bereits 4 Jahre als Präsident die Geschicke des FCSI EAME (Europe, Africa & Middle East) geleitet hat. Im April 2017 gab er diese Aufgabe turnusgemäß an den Niederländer Remko van der Graaff weiter.
Der FCSI wurde als „Foodservice Consultant Society International” Mitte der 50er Jahre in den USA gegründet. Ausschlaggebend war das Bedürfnis, Qualitätsstandards für Berater und Planer der Hospitality Industry zu schaffen, denn die Bezeichnung „Consultant“ war und ist auch heute noch weltweit nicht geschützt. Der FCSI verbindet rund um den Globus mehr als 1.500 Mitglieder in über 40 Ländern und 5 Kontinenten. Ob Küchenplaner oder –designer oder Berater, sie sind nicht nur ausgewiesene Experten ihres Fachgebietes. Die national und international aktiven FCSI-Consultants verbindet die Vision, im Interesse des Kunden ihr Bestes zu geben.

Die Internationalität des Verbandes und der kontinuierliche Gedankenaustausch innerhalb des Netzwerkes beflügeln einen „FCSI-Spirit“, der ständig für neue Impulse und den Transfer von Ideen und Innovationen rund um den Globus sorgt. Die Wertschätzung, die der FCSI über alle Ländergrenzen hinweg erfährt, basiert unter anderem auf der Tatsache, dass sich jedes Mitglied den gleichen Zielsetzungen und dem gleichen Ehrenkodex verpflichtet.

Wir sprachen mit Martin Rahmann über sein neues Amt und seine Ziele.

Wenn man sich die aktuellen politischen Verhältnisse ansieht, geht es kaum mehr um Visionen, sondern viel mehr um taktieren und paktieren. Sie haben jetzt ein hohes verbandspolitisches Amt übernommen. Was wollen Sie anders machen als die Politik?

MR: In einer Welt internationaler Aggressionen ist es mir wichtig, dass der FCSI unabhängig von der politischen Situation verbindend wirkt unter dem Motto:  „One World, one family“. Anders als in der Politik, in der viel geredet aber oftmals wenig konkret umgesetzt wird, will ich versuchen, strategisch zu denken und mich auf wenige wichtige Ziele konzentrieren.

Wo werden Sie besondere Schwerpunkte setzen?

MR: Allem voran ist es von großer Bedeutung, die Asien-Division zu stärken und ihr Wachstum zu unterstützen. 2006 gegründet, ist sie die jüngste Division des FCSI. Die Asia-Pacific-Division (APD) repräsentiert die wachstumsstärksten Länder der Erde und damit einen wichtigen Zielmarkt für alle Produzenten. Auf der anderen Seite ist sie mehr als alle anderen mit der Herausforderung unterschiedlicher Kulturen konfrontiert, von Indien bis China, von Japan bis in den Pazifik.

In jedem Fall wünsche ich mir wieder eine große weltweite Konferenz, wie sie in dieser Form seit 10 Jahren nicht mehr stattgefunden hat.  Sie steht für 2019 auf der Agenda. Last but not least wollen wir das „Global Partnership Program” ausbauen. Damit wird Firmen eine weltweite Mitgliedschaft ermöglicht – ein großer Vorteil für Unternehmen, die in vielen Ländern aktiv sind.

Schon bei der Gründung des FCSI vor rund 60 Jahren stand die Qualität im Mittelpunkt. Die Qualität in der Beratung, die Qualität in der Planung, vor allem aber die Dienstleistungsqualität im Sinne des Kunden. Welche Bedeutung hat Qualität für Sie?

MR: Ich verstehe mich als oberster Hüter des Brands. Ganz gleich ob Planer oder Berater – das hinter dem Namen wie ein „MBA“ geführte „FCSI“ ist ein Prädikat, auf das man stolz sein kann. Allerdings werden wir auch aktiv jeglichem Missbrauch nachgehen.

Ausbaufähig ist sicherlich die Wahrnehmung des FCSI-Brands, sowohl international wie auch in Europa, beispielsweise bei den Hotelketten. Hier kann der Focus auf die Qualität hilfreich sein.

Die Welt wird immer schneller. Bits und Bytes verändern die Gesellschaft und Wirtschaft. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung für die gastgebende Branche?

MR: Durch das internationale Netzwerk sind wir in der Lage, schnelle Entwicklungen aufzugreifen. Die Globalisierung hilft, ganz nach unserem Motto „We share“ Wissen zu teilen. Während manche Dinge in Deutschland noch in der Entwicklung sind, sind sie anderen Ländern schon üblich. So kann man z.B. in Peking an jedem kleinen Marktstand mit dem Handy bezahlen.

Der Zukunftsforscher Matthias Horx warnt vor digitalen Irrwegen:

Wir sollten Digitalisierung anders denken – nicht als ausschließlich technischen Prozess,ondern als einen Dialog des Technischen mit dem Humanen, im Sinne des Kreativen.

Ist die Digitalisierung eine Chance für unsere Branche?

MR: Ja, absolut. Wir sehen den Quantensprung, den die Innovationskraft der Industrie – unserer Fördermitglieder – gerade in der Küche vollbracht hat. Aber künstliche Intelligenz kann den Menschen nicht ersetzen – sie kann die Mitarbeiter aber ganz wesentlich entlasten, damit sie den Kopf frei haben für ihre eigene Kreativität.

In diesem Zusammenhang kommen die Menschen und damit auch unsere Mitglieder ins Spiel. Welchen Vorteil haben sie von der Mitarbeit im FCSI?

MR: Das ist genau das richtige Stichwort: es geht um aktives Mitarbeiten und sich einbringen. Der FCSI ist keine Servicegesellschaft, die Dienstleistungen erbringt. Wer den Verband als Plattform für einen aktiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch versteht, wird selbst erfahren, wie befruchtend dies ist. Wir haben das gerade bei der Jahrestagung des FCSI Deutschland-Österreich e.V. in München erlebt – mit genau der richtigen Mischung aus anspruchsvollem Tagungsprogramm und genug Zeit für Gespräche. Zum dritten Mal in Folge konnten wir mehr als 100 Teilnehmer begrüßen, ein toller Erfolg. Während noch vor 10 Jahren auf einer solchen Tagung Verbandsregularien im Vordergrund standen, geht es jetzt um reges Netzwerken – aber auch darum, potentielle neue Mitglieder kennenzulernen.

FCSIAuch mein Nachfolger als FCSI-EAME Präsident, Remko van der Graaff, ließ es sich nicht nehmen, mit dabei zu sein. Und dass wir als FCSI manchmal die Nase ganz vorne haben, haben wir bei diesem Event einmal mehr bewiesen – so waren wir die ersten Gäste im neuen 25hours Hotel The Royal Bavarian in München.

Martin Rahmann FCSI
Der Vorstand des FCSI Deutschland-Österreich e.V. gratuliert Martin Rahmann sehr herzlich zur Wahl zum weltweiten Präsidenten und wünscht ihm eine glückliche Hand, den FCSI gut in die Zukunft zu führen.

Mehr Informationen zum weltweiten Verband unter http://www.fcsi.org