Der April hatte für Planer und Berater der Hospitality Industry einiges zu bieten: zwei spannende Fachtagungen, die am 11. & 12. April in Salzburg und am 26. & 27. April 2018 in München stattfanden. Das Fazit: alle Beteiligten sehen ein verstärktes Interesse an Kooperationen und sinnvollen Vernetzungen.

Maxi.SchererFür den Kongress „Bau und Betrieb von Großküchen und moderner Betriebsgastronomie 2018“ bestätigen dies Gundula Schwan, Geschäftsführerin der Management Forum Starnberg GmbH wie auch Moderatorin Maxi Scherer, Chefredakteurin von CATERING MANAGEMENT.

Mit dabei in der Runde war Thomas Mertens, Vorstandsmitglied des Kooperationspartners FCSI Deutschland-Österreich e.V. Aus seiner Sicht ergänzten sich in diesem Jahr etablierte Unternehmen und Startups in perfekter Weise. Er stellt fest: „Zunächst muss man die neue gemeinsame Sprache der Branche verstehen lernen.“

Bei den 18 Vorträgen wurde dies aus und in den unterschiedlichsten Bereichen der gastgebenden Branche eindrucksvoll vorgestellt. Das übliche Tagungsprogramm wurde zum ersten Mal von der offenen Begegnungsplattform zwischen etablierten Firmen und Gründern sowie durch den FCSI Deutschland-Österreich e.V. ergänzt.

Thomas_MUCDer FCSI als Kooperationspartner der Veranstaltung hatte sich für das bewusst provokativ gewählte Motto entschieden: „Mut zum Risiko – Insider wissen mehr!“ Thomas Mertens sieht die Herausforderung in einer neuen Generation von Gründern,  die in den Markt drängen –  sie ticken und handeln ganz anders.“ Insbesondere Berater und Fachplaner bräuchten aber den Kontakt und die Kooperation mit Menschen, die in der digitalen Welt groß geworden seien: „Wir brauchen sie als Gründer, Nachfolger, Mitarbeiter und Kunden. Dafür müssen sich aber unsere Beratungskultur und unsere Strategien verändern.“

 

Wer jahrzehntelang eine Null-Fehler-Kultur gepflegt habe, für den sind radikale Innovationen ein Kulturproblem. Wie man anders damit umgeht, das können etablierte Professionelle FCSI Berater von Startups lernen. Diese wiederum brauchen die Werte, die Erfahrung und das Können der reifen Consultants– eine perfekte Symbiose. Tagung_MUCFür Startups werden FCSI Berater  aber auch noch aus einem anderen Grund immer interessanter. Hier werden potenzielle Investoren beraten, die neben dem Geld oft auch spezielle technologische Expertise und Marktkenntnisse mit sich bringen. Noch seien es relativ wenige, die sich auf dieses Terrain vorwagten, bedauern die FCSI’ler, freuen sich aber schon jetzt über einen inspirierenden Austausch zwischen den Generationen.

Mit dabei in München: Christian Pillich FCSI, Bettina von Massenbach FCSI, Roberto Assi FCSI und Sandra Zepnek.

Zu einem solchen Gedankenaustausch fanden auch die Teilnehmer der 4. Hotel-Planungs-Tage am
11. und 12. April in der Hotel & Design Werkstatt im Salzburger Gusswerk reichlich Gelegenheit. Hochkarätige Referenten zu den neuesten Entwicklungen und Trends im Hotelbau und in der Hotelmodernisierung. Überzeugend und garantiert Power-Point-frei  der Vortrag von Michael Widmann zu „Do’s und Don’ts in der Hotelplanung“. Der Geschäftsführer von PKF hotelexperts ist unter anderem auch Mitglied in der Jury der „Hotelimmobilie des Jahres“ und weiß aus eigener Beratererfahrung wie einfach in manchen Projekten die Kunst des Weglassens wäre.

Wirklich neu im Markt, aber jetzt schon auf rasantes Wachstum programmiert, sind die ARBOREA Hotels und Resorts. Johann Kerkhof lieferte mit der Präsentation von „ARBOREA – the new lifestyle Resort Brand“ Einblick in die Philosophie und Pläne der neuen Marke. Wer im Pilotprojekt, dem Arborea Marina Resort in Neustadt (Holstein) vor Anker gehen will, muss sich noch bis zum 16. Juli 2018 gedulden.

Moderator und FCSI-Mitglied Manfred Ronstedt führte durch ein abwechslungsreiches Programm und präsentierte zugleich seine Anregungen zum Optimierungs-potential bei der Flächenplanung von Hotels. Erstmals hatte er auch Referenten aus dem Health-Care-Bereich eingeladen.  Dabei haben sich interessante Schnittstellen zum Tourismus ergeben. In jedem Fall macht die „Waldklinik“ in Eisenberg aktuell nicht nur in der gleichnamigen Doku-Soap des MDR von sich reden, sondern vielmehr durch ihre Zukunftspläne. Schließlich plante kein Geringerer als der international renommierte und preisgekrönte Architekt und Designer Matteo Thun den 41 Millionen teuren Neubau der Klinik, der 2019 seine Pforten öffnen wird –  und das nicht (nur) für wohlhabende Gäste aus dem Ausland, sondern vor allem für ganz normale Bundesbürger und Kassenpatienten.

Beide Veranstaltungen haben in ganz unterschiedlicher Weise gezeigt, warum es wichtig ist, dass sich FCSI-Mitglieder nicht auf ihrem Expertenwissen ausruhen, sondern sich zu einer kontinuierlichen Weiterbildung verpflichteten. Genauso wichtig ist es aber auch, sich nicht nur auf verbandsinterne Events zu konzentrieren, sondern im gemeinsamen Interesse die Gelegenheit für Kooperationen und sinnvolles Netzwerken zu nutzen.

Review zur Fachtagung in München auf der Website von CATERING MANAGEMENT
Review zur Fachtagung in Salzburg unter Hotel-Planungs-Tage 2018