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Österreich setzt auf Digitalisierung im Tourismus

Wegweiser

Das war Carsten Hennig auf HOTTELLING 2.0 am 1. September 2016 eine Extra-Meldung wert:

„Österreich gibt Gas bei der Digitalisierung. Leuchtturmprojekte in Hotellerie und Touristik werden künftig in Österreich erheblich gefördert.“

Wie es scheint, bestätigt sich damit das hartnäckige Gerücht, das die Österreicher immer wieder „ein bisserl schneller“ sind als die Deutschen. Da wollen wir als FCSI Deutschland-Österreich e.V. doch mal etwas genauer hinsehen.

Mit 1. September 2016 wurde ein weiterer thematischer Projektaufruf zu „Digitalisierung im Tourismus“ veröffentlicht, der mit der stolzen Summe von insgesamt 1 Million Euro dotiert ist. Ziel dieser Förderungsaktion ist es, den Herausforderungen des eTourismus in Österreich besser Rechnung zu tragen. Dabei können sowohl Maßnahmen und Aktivitäten mit klarem Endkundenfokus in allen Phasen der Customer Journey als auch Initiativen für die innerbetriebliche Optimierung durch neue Technologien adressiert werden.

Digital ist voll normal

Mit dem Schlagwort „Digital ist voll normal“ kündigte ÖHT-Vorstand Markus Kleemann die attraktiven Förderprogramme an. Im Fokus stehen vor allem Hotel-Kooperationen und destinationsübergreifende Marketingvereinigungen, die die Erstellung eines gemeinsamen, umfassenden Digitalisierungskonzepts mit anschließender, individueller betrieblicher Umsetzung realisieren.  Dazu Kleemann:

„Förderungen mit Barzuschüssen zwischen 50 und 70 Prozent der Projektkosten sollen es kleineren Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft und Kooperationen ermöglichen, an einem alle Branchen erfassenden Digitalisierungsprozess teilzuhaben“

Wolfgang Kleemann ist bei der ÖHT der Mann für die guten Nachrichten – so aus seinem Munde  auf der Jahresauftaktpressekonferenz 2016 der Österreichischen Hotel und Tourismusbank (ÖHT). Dabei ermunterte er die Hoteliers, in ihre Betriebe zu investieren. „Selten gab es so gute Kreditbedingungen wie jetzt. Ein optimaler Zeitpunkt also, um als Hotelier innovativ in die Zukunft zu gehen. „Solche attraktiven Rahmenbedingungen können einen neuen Investitionsschub auslösen“, hofft der ÖHT-Banker. Er weist darauf hin, dass Investitionen von Tourismusbetrieben in die ganze Region ausstrahlen. 1 Million Investition sorge für 300 zusätzliche Beschäftigte, vor- und nachgelagerte Gewerke noch gar nicht berücksichtigt. Diesen Effekt könne  man in einem Radius von 60 km um den Betrieb erkennen. Mit Stand Januar rechnete er für 2016 mit Gesamtinvestitionen von 1 Milliarde im Tourismus, davon 230 Millionen gefördert über die ÖHT. Kernbereiche dabei seien neben der Betriebsgrößenoptimierung und dem Qualitätsausbau die Übergabe/Übernahme von Betrieben und die Jungunternehmerförderung.

Die Nase vorne …

Dies alles funktioniert, weil offensichtlich auch die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat. „Es geht nicht um die Frage, ob wir wollen oder nicht, sondern WIR MÜSSEN“, so der österreichische Staatssekretär Harald Mahrer, der beim „Standortdialog Industrie und Tourismus“ der WKÖ während des European Forum in Alpbach den Einzug der Digitalisierung für alle Wirtschaftszweige auf den Punkt gebracht hatte.

Projektvorhaben sollten ausgewählte digitale Lösungen umfassen, die in ihrer Gesamtheit einen besonderen Innovationscharakter aufweisen. Damit wird nicht nur für Carsten Hennig klar: Die Förderung des Tourismus in Österreich ist vorbildhaft. Mit dem neuen Förderprogramm setzt man erneut die richtigen Zeichen zur richtigen Zeit. Mehr zum Förderprogramm: http://www.oeht.at/finanzierung-und-foerderungen/leuchtturmprojekte/

Südtirol motiviert Hoteliers zu Investitionen

Doch auch südlich des Brenners tut sich einiges, wie mir ein aktueller Auftrag vor Augen führt. In Südtirol sind in den letzten Jahren über 500 Wellnesshotels entstanden, die sich vor ihren Nachbarn in Österreich und Deutschland nicht verstecken müssen – ganz im Gegenteil. Und es soll weiter investiert werden. Wie der Hoteliers-und Gastwirteverband (HGV) am 7. September 2016 mitteilte, hat er mit dem Kreditinstitut Intesa Sanpaolo mit Sitz in Turin eine Vereinbarung zur Förderung der Tourismus- und Hotelbranche in Südtirol unterzeichnet. Die Förderung sieht ein Kreditvolumen von insgesamt 350 Millionen Euro für den Tourismussektor in Nordostitalien vor. Für Südtirols Gastbetriebe stehen dabei 50 Millionen Euro zur Verfügung. Durch die Vereinbarung mit Intesa Sanpaolo wird all jenen HGV-Mitgliedern, die bauliche und strukturelle Arbeiten vornehmen, eine zusätzliche Möglichkeit geboten, in den Genuss von erleichterten Finanzierungskrediten zu gelangen.

Die Kredite haben eine Obergrenze von 500.000 Euro und eine Höchstlaufzeit von acht Jahren. Sie sollen das Hotel- und Gastgewerbe langfristig unterstützen, so etwa bei der Finanzierung von Modernisierungsmaßnahmen, die die Attraktivität des touristischen Angebots erhalten.

Wie man sieht – es gibt viele gute Beispiele. Schön wäre es, wenn sie zum Nachmachen ermuntern.

 

Big Data und Digitalisierung sind wichtige Themen der FCSI Jahrestagung am 11. und  12. November auf Schloss Plön. Programminformationen und Anmeldung unter: http://www.fcsi.de/highlights