Nicht am falschen Ende sparen

Kuechenplanung

Großküchenhändler bieten neben der Lieferung und Montage von Einzelteilen und Geräten in gewissem Umfang auch Planungs- und Beratungsleistungen an. Doch um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich, einen unabhängigen Fachplaner hinzuzuziehen.
So der Rat von Marie-Luise von Saldern, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht mit Sitz in Berlin.

Mit oder ohne Fachplaner – diese Frage stellen sich viele Auftraggeber beim Umbau beziehungsweise Neubau ihrer Küche. Regelmäßig bieten Großküchenhändler Auftraggebern an, die »Planung« der Großküchen
kosteneutral für den Auftraggeber mit zu übernehmen, um die Beauftragung eines Fachplaners und die hiermit verbundenen Kosten gegebenenfalls einzusparen. Das klingt verlockend, doch diese vermeintliche Kosteneinsparung hat ihre Tücken.

Es ist bekannt, dass die Planung von Großküchen in Hotellerie und Gastronomie weit über die räumliche Anpassung von Geräten und Ausrüstung an die örtlichen Gegebenheiten hinausgeht. Vielmehr sind effektive
Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung gesetzlicher und sonstiger verbindlicher Vorgaben wie zum Beispiel Regelungen zur Arbeitssicherheit sowie die avisierte Auslastung der Küche in erheblichem Maße zu berücksichtigen, um später eine reibungslose, zweckgemäße und regelkonforme Nutzung zu ermöglichen.

Bei den Verträgen mit Großküchenhändlern dürfte es sich in den meisten Fällen um Werklieferungsverträge gemäß § § 651 BGB handeln.

Für Auftraggeber hängt von dieser rechtlichen Einordnung der Verträge viel ab. Denn auf Werklieferungsverträge sind die Vorschriften des Kaufrechts anzuwenden. Im Gegensatz zum Werkvertragsrecht ist die kaufvertragliche Mängelhaftung deutlich enger und bezieht sich aus der Natur des Vertrages heraus nur auf die gelieferten
Sachen und keineswegs auf die durch einen Händler mit angebotene Planung der Großküche.

Auftraggeber sollten deshalb bei Umbau- und Neubaumaßnahmen nicht unbedacht oder allein aus finanziellen Erwägungen heraus auf die Beauftragung von Fachplanern verzichten. Und das gilt nicht nur für die Küche,
sondern auch für andere Abteilungen wie beispielsweise den Spa- und Wellnessbereich.

Den ausführlichen Bericht finden Sie in Top hotel 4/2015 FCSI

VanSaldern

Logo_Kanzlei_vanSaldern
Weitere Informationen unter www.vonsaldern.com