Am  6. Juni wurde auf dem Internationalen Consultants Day 2018 in Wien die neue ISO-Norm 20700 in den Mittelpunkt eines beachtlichen Branchenevents gerückt, die vor einem Jahr aus der Taufe gehoben wurde und erstmals einen Standard für Beratungsleistungen festlegt.

Was ist die genaue Definition von „gut“?

Diese Frage zu beantworten bedarf einer klaren Definition dessen, was als Ergebnis wie gewertet werden soll. Klarheit lässt keinen Interpretationsspielraum, sondern zeigt worauf es ankommt, wenn man über Erfolg oder Misserfolg diskutiert.

Deshalb hat sich der FCSI Deutschland-Österreich e.V. in die Erstellung einer ISO-Norm für Beraterleistungen erfolgreich eingebracht und eine Leitlinie miterarbeitet, die zum ersten Mal überhaupt eine klare Definition für Unternehmensberatungsdienstleistungen liefert. Federführend für den FCSI hatte die Aufgabe das langjährige Mitglied Josef Meringer übernommen.

Auf diese Weise wurde eine verlässliche Basis der Zusammenarbeit für Berater und deren Auftraggeber geschaffen, die aber dennoch genug Freiraum für die kreative inhaltliche Ausgestaltung bietet, die notwendig ist, um eine zielführende Beratung zu gewährleisten. Wie man sieht, eine komplexe aber auch sehr bereichernde Aufgabe.

Man trifft sich bei der WKO in Wien ISO 20700

Auf Einladung des ICMCI (International Council of Management Consulting Institutes), dem Welt-Dachverband der nationalen Unternehmensberaterverbände, sind Frank Wagner, Präsident des FCSI Deutschland-Österreich e.V. und Götz Braake, professionelles Mitglied und ISO-Experte im Juni  einer Einladung nach Wien gefolgt, um ein Jahr nach der Veröffentlichung dieses Standards die internationalen Stakeholder der Beratungsbranche zu treffen, um den Status und die weitere Vorgehensweise zur Implementierung der ISO 20700:2017 weltweit zu diskutieren und weiter zu begleiten. Maßgeblich beteiligt an der Ausarbeitung war Dr. Ilse Ennsfellner als Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Promotion und Stakeholder Engagement“ des ISO Projektkomitees 280 zur Erarbeitung der ISO 20700 „Guidelines for management consultancy services“.  Über das Ergebnis ihrer Aktivitäten und die internationale Resonanz darf sie zu Recht stolz sein, betonte Frank Wagner FCSI anlässlich des Treffens in Wien.

Eine hochkarätige Diskussionsrunde hatte sich am 6. Juni 2018 in der Skylounge der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) versammelt, um Ideen für eine weltumspannende Einführung der ISO 20700 auszutauschen. Frank Wagner konnte auf die hervorragenden Ergebnisse des FCSI im Bereich BIM (Building  Information Modeling) verweisen und sieht den FCSI auch bei der ISO-Norm 20700 als Vorreiter. Die internationalen Teilnehmer, u.a. aus Russland, Kanada und China berichteten von ihren positiven Erfahrungen im Umgang mit der ISO 20700, was in folgender Aussage des Vertreters der Vereinten Nationen, Herr Adnan Atwa (UNIDO), gipfelte: „Wir werden zukünftig keine Aufträge mehr an Berater vergeben, die die ISO Norm 20700 nicht kennen.“

ISO 20700
Auf dem Bild von links nach rechts: Frank Wagner FCSI, Jack Yao, CCPIT, Bassam Frenn, IRI, Natalia Makova, EBRD, Gregory Richards, Telfer School of Management, Ulrike Stampfl-Blaha, Managing Director Austrian Standards, Karl Grün, Director Standards Development at Austrian Standards, Sorin Caian, Chair ICMCI, Robert Bodenstein, ISO PC 280 Chair, Boardm. ICMCI, Ulrike Rabmer-Koller, Dr. Ilse Ennsfellner, Ennsfellner Consulting, Reema Nasser, Executive Director ICMCI

Worum geht es im Detail?

Grundsätzlich vereint die ISO Norm 20700 nichts Neues, aber das eben in vereinheitlichter Form. Sie bildet das Fundament, damit Berater und Planer auf der ganzen Welt künftig nach demselben Standard arbeiten und damit für sich selbst, ihre Kunden und die weiteren Stakeholder Sicherheit im Umgang miteinander gewinnen.

So soll beispielsweise das Engagement jedes Beteiligten im Prozess genau definiert und vertraglich vereinbart werden. Auch die weiteren Schritte im Contracting, der Durchführung und dem Closure sind exakt vorgegeben, aber können eben auch individuell und kreativ durch die Beteiligten gestaltet werden. Damit konnte ein prinzipiell nicht standardisierbarer Vorgang wie Managementberatung eben doch in eine einheitliche Leitlinie gebracht werden – ein gelungener Spagat, wie Frank Wagener es perfekt auf den Punkt bringt: „Die ISO 20700 hilft unseren Mitgliedern und deren Kunden ein gemeinsames Verständnis davon zu bekommen, was GUT wirklich bedeutet.“

Der FCSI Deutschland-Österreich e.V. wird im Rahmen seiner Führungsrolle in der Beratung den Prozess weiter mitgestalten und seinen Mitgliedern regelmäßig berichten und entsprechende Hilfestellung anbieten.

ISO 20700Ein großer Dank gilt Josef Meringer FFCSI. Der Österreicher mit Sitz in Gloggnitz ist ein richtiges Berater-Urgestein, der stets einen hohen Anspruch an sich selbst und seine Kollegen stellte und für seine berufliche Tätigkeit Standards setzte. Josef Meringer ist Autor und Herausgeber des Fachbuchs „NUVOS MODULE“. Die von ihm entwickelte Beratungsmethode „NUVOS 360°“ ist ein Erfolgsbaustein für die Nutzenmaximierung, Wertschöpfung und Nachhaltigkeit in der Gastronomie, Hotellerie, Sozial- und Verkehrsgastronomie und deren Zulieferindustrie.

Josef Meringer war über viele Jahre für den FCSI im Deutschland, Österreich und Europa tätig. Für seine Verdienste wurde er nicht nur zum Ehrenmitglied, sondern 2016 anlässlich der EAME-Tagung in Wien zum Fellow Members erhoben – ein Titel, der innerhalb des FCSI eine große Ehrerbietung bedeutet und erlaubt, das Kürzel FFCSI hinter dem Namen zu tragen.

Die ausführliche Pressemitteilung des ICMCI (International Council of Management Consulting Institutes) finden Sie in englischer Sprache unter diesem Link.

Wer sich ausführlicher mit den Guidelines for Management Consultancy Services beschäftigen möchte, findet diese unter www.iso20700.org