Wir erleben aktuell eine der größten Herausforderungen in unserem Leben – persönlich und in der gesamten Hospitality Industry. Die gastgebende Branche ist ganz besonders betroffen: Hoteliers, Gastronomen, touristische Leistungsträger und natürlich auch wir als Berater.

Gleichzeitig gab es nie eine bessere Gelegenheit, um miteinander in Verbindung zu bleiben. „Caring is sharing” – für uns als FCSI Deutschland-Österreich keine leere Floskel. Den Austausch mit jedem einzelnen Mitglied wertschätzend zu pflegen, war in den 20 Jahren, in denen der Verband gewachsen und gereift ist, stets unser Credo.

Unser langjähriges Mitglied Tim Oberstebrink hat dies in einem Schreiben zum Phänomen „Wirbleibenzuhause“ eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht, das er gerne auf unserem Blog auch mit anderen teilt:

Liebe Kollegen im FCSI,

Ihr kennt mich von FCSI-Tagungen, von Messen und teilweise auch von privaten Zusammenkünften. Viele von Euch wissen, dass ich seit mittlerweile 21 Jahren selbstständig bin. Davon 16 Jahre lang ausschließlich als Business-Trainer.  Heute möchte ich versuchen, für Euch das Phänomen „Wirbleibenzuhause“ – und welche Auswirkungen das haben kann – aufzudröseln…

In der vergangenen Woche habe ich viele Telefonate geführt. Beinahe in allen Telefonaten bekam ich zu hören: „Ich fühle mich grade so nutzlos.“ oder auch „Plötzlich sind alle Projekte auf Eis.“ – oder auch „24 Stunden mit Frau (und eventuell Kindern) aufeinander hocken? Ich dreh bald am Rad!“. Natürlich: Einiges war sicher auch scherzhaft gemeint, wissend um den ernsten Hintergrund. Allerdings gibt es, wie bei allen Sonder-Situationen, auch Techniken für den Umgang damit.

Hier sind meine TOP 5 (nach Überlegen ausgewählt aus vielen Weiteren):

 

 

Platz 1:

Konzentriere Dich nur(!) auf Dinge, die Du auch beeinflussen kannst! Alles andere hast Du nicht in der Hand und der Versuch, es zu ändern kann und wird Dich nur unnötig stressen.

Platz 2:

Fahre sofonrt (in Worten: SOFORT!) alle Fixkosten runter, die heruntergefahren werden können. Fixkosten first! (Man glaubt gar nicht, mit wie wenig man auskommen kann.)

Platz 3:

Strukturiere Deinen Tag. Mache mit Deinen „Mit-Wohnern“ einen Stundenplan, wer wann was macht. Und plant UNBEDINGT Zeiten ein, in denen jeder Zeit auch für sich allein hat. (Ein Tag mit Struktur schafft Routine und Routine schafft organisatorische Geborgenheit. Wichtig.)

Platz 4:

Nimm Dir Zeit für Dich selbst und bewege Dich. Drinnen oder draußen – völlig egal! Und mindestens eine Stunde am Tag. Niemand ist gezwungen, sich den ganzen Tag mit jemandem zu unterhalten. Dein Selbstwertgefühl wird es Dir danken!

Platz 5:

Baue in Deinen Stundenplan auch Projekte ein, die Du immer schon mal machen wolltest, aber aus Zeitmangel nicht geschafft hast. Keller, Speicher, Garage, Büro etc. aufräumen, Wohnzimmer streichen – was auch immer! Wenn alles wieder seinen normalen Gang geht, ärgert man sich, es nicht getan zu haben.

Ich bin überzeugt, dass jedem von Euch noch viele weitere Sachen einfallen, um mit dieser Sondersituation zurecht zu kommen.

Hier im Rheinland sagen wir „Et kütt wie et kütt – un et hätt noch immer jot jejange!“ – Es kommt wie es kommt, aber es wird auch wieder besser!

Euch und Euren Nächsten drücke ich ganz fest die Daumen, damit wir uns bald gesund wiedersehen.

Herzlichst Euer Tim

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Tim Oberstebrink (FCSI)

Herausgeber digital foodservice media

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Darüber hinaus empfehlen wir die Lektüre des provokativen „Whitepaper“ von Matthias Horx. Für den Zukunftsforscher ist klar: nach der Corona-Krise ist nichts mehr so wie es früher war. In seinem aktuellen Whitepaper beschreibt das Zukunftsinstitut 4 mögliche Szenarien, wie die Corona-Krise die Welt verändern kann.