Expertenrat weiterhin gefragt

Portrait Ennsfellner

Wir leben in einer Welt des Wandels. Davon sind Führungskultur und Arbeitswelt, aber auch Consultants unmittelbar betroffen. Deshalb stand dieses Thema im Mittelpunkt der FCSI Jahrestagung 2015, die am 13. und 14. November in Dresden stattfand. Die gute Nachricht für alle FCSI-Berater und Planer: Gefragt sind erfahrene Berater mit Branchenwissen und Projekterfahrung

Dies gilt ganz besonders für alle, die sich mit der mittelständischen Hotellerie und Gastronomie beschäftigen, denn hier ist auch weiterhin professioneller Rat gefragt. Gerade die Spezialisierung der FCSI-Mitglieder auf ein Marktsegment wird sich künftig als klarer Vorteil erweisen. Überbringerin dieser guten Kunde war Dr. Ilse Ennsfellner, Inhaberin von Ennsfellner Consulting e.U. und Buchautorin. „Im Zenit der Dax-Unternehmen haben Consulter verstärkt zu kämpfen, bei großen Accounts herrscht ein reiner Verdrängungswettbewerb.“  Generell stellt sie fest, dass der Kuchen nicht größer wird und der Markt gesättigt ist. Die Betreuung von Bestandskunden steigt in der Bedeutung, und das gilt auch für das Gastgewerbe.

Geht es um die Zukunft des Beratungsgeschäfts, kommt man nicht daran vorbei, sich schon heute mit der Generation Y und Z zu beschäftigen. Immerhin werden sie bis 2020 über 50 Prozent der Workforce stellen.

Ennsfellner_FCSI-Tagung
Dr. Ilse Ennsfellner rät zu hinterfragen:

  • Wie kann ich die jungen Menschen in mein Umfeld integrieren?
  • Wo sind auf Kundenseite junge Menschen, die ich in den Prozess integrieren kann?“

Doch auch als Konsument agieren diese jungen Menschen komplett anders: sie suchen sich andere Hotels als die Etablierten, brauchen keinen großen Komfort und kein Frühstück, weil sie sowieso in einer angesagten Location frühstücken wollen.  Eine weitere Chance sieht die Österreicherin in der Beratung von Frau zu Frau,  denn viele neue Unternehmen werden in Zukunft weiblich sein.

„Exzellenz in der Unternehmensberatung“ ist die Vision von Dr. Ilse Ennsfellner, wie auch der gleichnamige Buchtitel. Die grundlegende Erwartung, die ein potentieller Kunde an einen Berater hat, beziehen sich auf Qualifikation, Ausbildung und Unabhängigkeit. Den Anspruch auf Professionalität, wie ihn auch die FCSI-Mitglieder für sich erheben, steht für Überraschungsqualität, die z.B. durch Höherqualifizierung und kontinuierliche Weiterentwicklung zum Ausdruck kommt. Das Ziel im Visier ist dann die Exzellenz in der Unternehmensberatung, die Begeisterung hervorruft, mit einem klaren Fokus auf Interessen und Mehrwert für den Kunden. Die Umsetzungfähigkeit ist dabei das wichtigste Kriterium, doch Branchenkenntnis und Vordenkertum gewinnen zunehmend an Gewicht.

Starre Vorschriften und Standards schrecken in der Regel eher ab. Dennoch lässt es sich nicht umgehen. Die ISO 20700 Norm für Unternehmensberatungsdienstleistungen , die auf dem  EN 16114 Phasenmodell basiert, befindet sich in Ausarbeitung und soll 2016 eingeführt werden. Zur Erleichterung vieler handelt es sich dabei jedoch nur um eine „Guideline“ – eine verpflichtende Zertifizierung steht noch in den Sternen.

Um so wichtiger für den FCSI, die hohe Qualität der professionellen Mitglieder nach außen zu dokumentieren. Schließlich wurde der Verband in den 50er Jahren in den USA genau aus dem Grund gegründet, weil sich jeder ungeachtet seiner Ausbildung und seiner Kompetenz  „Consultant“ nennen durfte. Dies ist in Deutschland auch heute noch der Fall.

Dr. Ilse Ennsfellner ist Autorin des Buches „Exzellenz in der Unternehmensberatung – Qualitätsstandards für die Praxis“ und Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Promotion und Stakeholder Engagement“ des ISO Projektkomitees 280 zur Erarbeitung der ISO 20700 „Guidelines for management consultancy services“. Ennsfellner Consulting

Einen ausführlichen Bericht über die FCSI Jahrestagung 2015 finden Sie unter  FCSI Jahrestagung 2015

1 Kommentar
  1. Josef Meringer
    Josef Meringer sagte:

    In Österreich ist die Situation klar geregelt durch die Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Zugangsvoraussetzungen für das reglementierte Gewerbe der Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation. In der sogenannte Unternehmensberatungs-Verordnung heißt es: Durch angeführte Belege ist die fachliche Qualifikation, nämlich fundierte betriebswirtschaftliche Voraussetzungen, ausreichend wirtschaftsrechtliche Kenntnisse und entsprechendes Berater-Know-how, zum Antritt des Gewerbes der Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation als erfüllt anzusehen:
    1. Zeugnis über die erfolgreich abgelegte Befähigungsprüfung
    2. Zeugnisse über eine mindestens dreijährige fachlich einschägige Tätigkeit
    3. a) universitärer Charakter eines Lehrgangs
    b) mindestens einjährig fachlich einschlägige Tätigkeit
    4.Zeugnisse über den erfolgreichen Abschluss einer nicht Z 3a genannten Studienrichtung a) Universitätslehrgang b) Nachweis einschlägige Rechtskunde c) mindesten einjährig fachlich einschlägige Tätigkeit
    5. Zeugnisse über
    a) erfolgreichen Abschluss einer berufsbildenden höhren Schule oder deren Sonderformen oder einer einschlägigen Fachakademie
    b) den Nachweis der einschlägigen Rechtskunde
    c) eine mindestens eineinhalbjährige fachlich einschlägige Tätigkeit oder
    6. Zeugnisse über
    a) den erfolgreichen Abschluss einer einschlägigen Grundausbildung der Beratungsberufe (zumindest im Ausmaß von 230 Stunden) und
    b) eine mindestens zweieinhalbjährige fachlich einschlägige Tätigkeit.

    (2) Unter fachlich einschlägiger Tätigkeit im Sinne des Abs.1 sind insbesondere Tätigkeiten im Gewerbe der Unternehmensberatung, der Leitung von Unternehmen, im leitenden Management oder Wirtschaftstreuhänder, die die umfassende Analyse von organisationen oder vihres Umfeldes, die Entwicklung von Lösungsansätzen und deren allfällige Umsetzung durch Beratung und Intervention sowie die Steuerung von Beratungs- und Kommunikationsprozessen innerhalb von Organisationen und gegenüber dem Markt zum Gegenstand haben, zu verstehen. (mehr auf https://www.ris.bka.gv.at Bundeskanzleramt 2015)

    Mit freundlichen, kollegialen Grüßen
    Josef Meringer FCSI D-Ö, MAS
    b)

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