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Die Generation Y verstehen und erreichen

Das Zukunftsinstitut wirft in seiner Jugendstudie „Youth Economy“ einen neuartigen Blick auf die Jugend. Für die Trendforscher sind es Profis des Wandels – „transformational Natives“, nicht mehr nur „digital Natives“. Trotz Geburtenrückgang und alternder Gesellschaft werden sie unsere Welt viel stärker verändern als vorige Generationen.

Wenn diese jungen Leute denn so wandlungsfähig sind, wäre es doch toll, sie als Mitarbeiter zu gewinnen? Der Mangel an qualifiziertem Personal zwingt Hoteliers und Gastronomen landauf, landab, sich mit dem Branchennachwuchs zu beschäftigen. Deshalb ist es wichtig, dass wir den richtigen Zugang zur Generation Y, den Geburtsjahrgängen zwischen 1980 und 2000, finden.

In den Medien präsent sind vor allem diejenigen, die 24/7 online sind. Daneben gibt es aber auch eine steigende Zahl junger Menschen, die sich wieder auf Werte und wirkliche Bedürfnisse besinnen. Sie gönnen sich ganz bewusst Auszeiten offline  – im Urlaub, bei einem Essen mit Freunden oder manchmal auch ein ganzes Wochenende.

Eines haben alle gemeinsam. Sie ticken einfach anders als die Generationen davor. Die jungen Leute träumen nicht vom Auto, sondern teilen es wie ihren Job. Sie arbeiten nicht bis zur Erschöpfung, sie genießen lieber hier und jetzt mehr Freizeit  und nehmen dafür auch mal ein geringeres Gehalt in Kauf. Das verdiente Geld tragen sie nicht zur Bank, sondern geben es lieber gleich aus – das macht sie als Gäste interessant. Vor allem aber ist Umdenken angesagt, wenn es um das Buchungsverhalten geht. Die Generation Y will sich hier und jetzt und nicht vorher entscheiden. Deshalb sind Packages, bei denen man alles schon im Voraus buchen muss, eher unattraktiv. Das gilt auch für die klassische ¾-Pension. Sie ist den jungen Leuten ein Graus, die heute gerne ein schönes Menu zu zweit oder mit der Familie genießen, aber morgen Abend spontan in die Sauna gehen wollen oder von einem saftigen Burger träumen, weil man eine große Biketour hinter sich hat. Insiderwissen ist gefragt, z.B. geführte Wanderungen wo man sonst nicht hinkommt.

Die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens hängt von Ihren Kunden ab. Millenials anzusprechen, bedeutet im Marketing umzudenken. Künftig heißt es nicht mehr, wie erreichen wir unsere Kunden, sondern wie erreichen unsere Kunden uns? Die Generation Y informiert sich vorab im Netz. Deshalb sollte Ihre Website frisch daher  kommen, aktuell und übersichtlich und so optimiert sein, damit man sie auf Smartphone und I-Pads gut nutzen kann – für viele leider immer noch nicht selbstverständlich. Die Generation Y teilt alles, positive und negative Eindrücke. Auf der einen Seite lässt sich dies hervorragend für Empfehlungsmarketing nutzen. Doch Vorsicht vor der Kehrseite. Halten Sie, was Sie versprechen, alles andere rächt sich irgendwann.

Der ausführliche Bericht wurde in der Österreichischen Gastronomiezeitung ÖGZ im August 2015 veröffentlicht.