Drumsession FCSI Jahrestagung 2016 Schloss Plön

Aldous Huxley lässt grüßen: was früher noch in weiter Ferne schien, ist heute schon Realität.

Daten sind das neue Gold, doch von Goldgräberstimmung keine Spur – eher Ratlosigkeit in vielen Branchen, auch in der Hotellerie…

Als Huxley 1932 seinen Zukunftsroman „Schöne Neue Welt“ schrieb,  war er davon überzeugt, dass wir noch viel Zeit hätten. Der Spannungsbogen seines zynischen Bilds einer neuen Gesellschaft reichte von der ständigen Ablenkung durch Unterhaltungsangebote des Sports bis zur Verabreichung einer pharmakologisch hervorgerufenen Glückseligkeit. Doch schon knapp drei Jahrzehnte später musste Huxley eingestehen: „Die Prophezeiungen werden viel früher wahr, als ich dachte“. Was würde Huxley wohl zur Rasanz der IT-Evolution heute sagen?

Einer, der sich intensiv mit dieser Entwicklung und den Auswirkungen für die Hospitality Industry  beschäftigt hat, ist Dr. Michael Toedt. „Big Data Herausforderung und Chance für die Hotellerie“ lautet der Titel seines Bestsellers.

Big Data hatte der FCSI zum zentralen Thema seiner Jahrestagung 2016 gewählt.

„Größe“ allein ist kein Garant für das Überleben,  veranschaulichte Dr. Toedt in seiner Keynote mit Beispielen wie Kodak oder Grundig. Erst 20 Jahre ist es her, dass Nokia das erste Smartphone vorstellte, und 2007 Apple das iPhone auf den Markt brachte. Der „Rohstoff Big Dada“ hat von 2009 bis 2020 ein 50faches Wachstum erfahren.

Was weiß Ihr iPhone über Sie?
Schauen Sie einfach mal unter „Ortungsdienste“ nach. Da ist alles sorgfältig aufgelistet. Auch Amazon kennt Ihre Präferenzen – es beobachtet seine Kunden ganz genau – die Hotellerie hingegen verteilt Fragebogen.

Gästefragebögen sind aus Sicht von Dr. Toedt wertlos, wenn nur auf die geäußerte Kritik eingegangen wird. Stattdessen sollten alle Touchpoints, d.h. Interessen festgehalten werden. „Je mehr ich über meinen Gast weiß, umso mehr kann ich mit ihm kommunizieren“, so der Datenexperte. Viele beschäftigen sich zu viel mit Ihrem Produkt, aber nicht mit dem Abnehmer, d.h. dem Kunden. Dies gilt für Berater und Planer gleichermaßen wie für Gastgeber in der Hotellerie und Gastronomie.

Dr. Michael Toedt FCSI Jahrestagung 2016Lokalisieren sie Ihren Gast, so seine Empfehlung. Nutzt er das WLAN-Netz, wissen Sie auf 3 Meter genau, wo sich der Gast befindet, ob in der Lobby oder im Gym  – eine gute Gelegenheit, ihm einen Gutschein für die Bar  oder ein Last-Minute-Angebot im SPA zu informieren.  Auch die Verweildauer eines Gastes wird festgehalten. So lernen Sie auf ganz neue Art die Lieblingsplätze ihrer Gäste kennen, und auch die Ecken in der Lobby, in denen keiner sitzen mag. Wer für den Zugang zum WLAN die E-Mail-Adresse des Gastes abfragt, erhält unendlich viele Gastkontakte, und damit wertvolles Futter  für das Marketing.

Dr. Meeno Schrader und Nils PassauWetter- und Datenspezialisten zugleich sind  Dr. Meeno Schrader und Nils Passau.  Wetter wirkt sich auf die verschiedensten Bereiche aus, auch das Kaufverhalten. Die Bäckereikette, die sie beraten, profitiert täglich von ihrer Vorhersage, ob es Kuchenwetter gibt oder nicht, denn bei Regen wird nachweislich mehr Kuchen verkauft.  Interessant ist die Prognose von Saisoneffekten für den Getränkehersteller, denn besonders bei Saisongetränken macht sich der Wettereinfluss stark bemerkbar. Vom Personaleinsatz bis zur Produktion, nicht nur für Biergartenbetreiber lässt sich mit der richtigen Vorhersage 3-5 vorher viel Geld sparen. Eine Analyse der Meteolitix-Experten ist durchaus komplex, denn sie bezieht sich auf rund 400 Einflussfaktoren, die von einem individuellen Gastronomen oder Bäcker nicht erfassbar und nicht handzuhaben sind.  Interessant sind seine Dienstleistungen auch für touristische Regionen, so Nils Passau, denn seine Wettervorhersagen werden exakt auf einen bestimmten Standort zugeschnitten.  Ein Zusammenschluss unterschiedlicher Dienstleister kann hier einen solchen Dienst auch finanziell erschwinglich machen.

Wetter FCSI Jahrestagung 2016Gerade an der Küste ist nämlich das Wetter oftmals ganz anders,  als es die App auf dem Handy anzeigt. Herrlicher Sonnenschein zieht die Gäste an – sie müssen es nur vorher wissen.  Das wäre doch genial:  auf „Ihrer“ Ostseeinsel lacht der Himmel, und das soll auch über das Wochenende so bleiben – in der Hauptstadt regnet es. Also rasch ein Mailing mit einem  Stammgastangebot für alle Berliner! Wer zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Kunden anspricht, kann in Zukunft punkten.

Hermann- Kuper FCSI Jahrestagung 2016Auf einer intelligenten Nutzung von Daten basiert auch das Konzept von Servicekontor24, Geschäftsführer Hermann Kuper. Durch den Aufbau eines Netzwerkes von Servicepartnern für Gastronomiegeräte hilft er, Ausfälle zu vermeiden bzw. schnellstmöglich zu beheben. Das System beginnt mit der Erfassung der Daten des gesamten Gerätebestandes, der Auswertung in eigener Software, einem umfangreichen Kennzahlensystem und Controlling. „Rund 60 % der Anschaffungskosten eines Gerätes – das sind Montage, Reparaturen, Entsorgung – müssen für die Instandhaltung aufgewendet werden, weiß Hermann Kuper aus 15 Jahren Branchenerfahrung. Jetzt gibt er sein Wissen kostensparend an rund 1.000 Kunden weiter – vom Großcaterer bis hin zur Caféhaus-Kette.

Georg Janko FCSI Jahrestagung 2016Spannend wie ein Krimi war der Auftritt von Georg Janko. Der Spezialist für Informations- und IT-Sicherheit zeigte anschaulich, wie Industriespionage funktioniert und wie man sich von Angriffen auf die eigenen Daten schützen kann. „Die sichersten Passwörter helfen nichts, wenn man sie weitersagt!“ Das klingt banal, ist aber nach Aussage von Janko oft zu erleben, vom Post-It am Bildschirm bis zur geschickt gestellten Frage am Telefon. Cyber-Angriffe passieren täglich. Ganz gleich, ob es sich um ein Planungsbüro oder ein großes Unternehmen handelt – es ist Mitarbeit aller erforderlich, sensibel zu reagieren und  bei ungewöhnlichen Vorgängen sofort Alarm zu schlagen. Vorsicht vor fremden USB-Sticks, so der Rat des Experten: versteckt installierte Programme sind auf den ersten Blick nicht zu erkennen, können aber großen Schaden anrichten.

Drumsession FCSI Jahrestagung 2016 Schloss PlönEin großes Highlight im Tagungsprogramm war der Auftritt des Drum Cafes, der für die richtige Abwechslung zur kalten Welt von Big Data sorgte. „Der Herzschlag ist das erste, was wir im Leben hören. Kein Wunder, dass uns Rhythmus vereint“ – so lautet der Slogan des Drum Cafe.  Die trommelnden Akteure sorgten für die richtige Gruppendynamik, und hinterließen ein gutes Gefühl in den Herzen und den Köpfen der FCSI’ler.

Schloss PlönFür Begeisterung sorgte auch die sensationelle Location. Der Unternehmer Fielmann hat das  Plöner Schloss aufwändig restauriert, mit wertvollen Antiquitäten ausgestattet, und in eine Bildungsstätte auf 4-Sterne-Hotelniveau verwandelt, in dem heute die Fielmann Akademie untergebracht ist.  Hausherr und FCSI-Mitglied Torsten Neumaier hat das außergewöhnliche Tagungserlebnis für seine Kollegen möglich gemacht. Dass es Freude macht,  eine besondere Veranstaltung zu gestalten, davon konnte das gesamte Team von Küche, Service und alle anderen „Schlossgeister“ unter der Regie von Torsten Neumaier eindrucksvoll überzeugen.  In der Regel sind Branchen-Insider als kritische Gäste bekannt – in diesem Fall waren die Teilnehmer nicht nur bei der Session mit dem Drum-Café euphorisch, sondern auch mit ihrem Lob über die gebotene Leistung.

Schloss Kapelle Schloss PlönDen richtigen Schlussakzent setzte die Abendveranstaltung in der historischen Schloss-Kapelle, die während vor der Renovierung unter Schutt und alten Fahrrädern begraben war. Heute ist sie liebevoll restauriert, und lieferte den richtigen Rahmen für kulinarische Genüsse, bis  hin zur Champagner-Trüffel-Torte für Jubilare für treue FCSI-Mitglieder und alle anderen Gäste.

Rudolf Rock und die Schocker FCSI Jahrestagung 2016Dann wurde es laut: Rudolf Rock und die Schocker ließen mit Oldies und heißen Rhythmen abrocken.
FCSI Jahrestagung 2016
Ein besonderer Dank gilt den diesjährigen Sponsoren, ohne die eine Veranstaltung in diesem Rahmen nicht durchführbar wäre.

Alle professionellen und Förder-Mitglieder des FCSI unter http://www.fcsi.de


sponsoren_2016_final

1 Kommentar
  1. Thomas Mertens
    Thomas Mertens sagte:

    Nach dem letzten großen Projekt BIM wird der FCSI seine digitale Kompetenz in der Branche auf- und ausbauen um für die Zukunft fit zu sein.
    „FCSI go`s digital 4.5“, we are here to create.

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