Chancengipfel in Berlin

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Ein frischer Wind weht aktuell in den Branchen Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie.  Sie stehen vor umfangreichen Herausforderungen bei der Gewinnung und Qualifizierung von Mitarbeitern. Das gilt gleichermaßen für die Lieferanten und für Dienstleister, die sich zur Tagung „Chancengipfel“ am 6. Oktober 2016 in Berlin treffen.  Ziel der Veranstaltung ist, Transparenz und Durchlässigkeit der berufichen Bildung in der Branche zu erreichen und für Menschen attraktiv zu sein, hier ihre beruflichen Perspektiven zu finden.

Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
Johann Wolfgang von Goethe

Genau das geschieht im Moment: alle wichtigen Branchenverbände haben sich an einen Tisch gesetzt. Sie wollen ganz gezielt etwas bewegen und eine verstärkte Wahrnehmung schaffen, statt über fehlenden Nachwuchs zu lamentieren.  Das klingt doch richtig gut!

Branchenverbände hoffen auf große Resonanz

Mit dabei sind der FCSI (Foodservice Consultant Society International) als internationaler Verband für Berater und Planer der Hospitality Industry, der GGKA (Fachverband Gastronomie- Großküchenausstattung e.V.), der HKI (Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V.), der VdF (Verband der Fachplaner Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung e.V.) sowie der VGG (Verband der Hersteller gewerblicher Geschirrspülmaschinen e.V.). Auch das Interesse des Fachhandels ist groß, so dass die Händlergruppen GTEG, GV Profi und Pentagast den Chancengipfel quasi zum Bestandteil ihrer Herbsttagungen machen und bei der Veranstaltung in der Hauptstadt mit dabei sind.  Dazu Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des GGKA und Vorsitzender des Organisations-Komitees:

„Wir sind zuversichtlich, dass auch Industrie und Fachplaner in großer Zahl nach Berlin kommen. Wichtig ist und hierbei insbesondere, dass die Personalverantwortlichen aus den Unternehmen teilnehmen.“

Branchenvielfalt in der Ausbildung

Vom Techniker bis zum Kaufmann, vom Fachplaner bis zum Management, die Anforderungen sind unterschiedlich und breit gefächert. Die Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann ist die typische Ausbildung, die viele Betriebe selbst anbieten. Im Kundendienst geht es um das das im Jahr 2003 geschaffenen Berufsbildes des Elektronikers sowie des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Problematik liegt unter anderem in der Regionalität der  Kompetenzen, denn zuständig für die Berufsbildung in Deutschland sind die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammer mit den jeweiligen Innungen. „Für die GGKA-Fachbetriebe ist diese Aufspaltung der Zuständigkeit nicht immer einfach“,  weiß Geschäftsführer Thomas Grothkopp. Die GGKA-Mitgliedsunternehmen fordern seit vielen Jahren eine spezifische Ausbildung zum Mechatroniker Großküchentechnik, was daran scheitert, dass es zu wenige Ausbildungsbetriebe gibt.

Im Bereich des mittleren Managements gibt es signifikante Defizite, konkret bei Angebotserstellung und Ausschreibung, Projektsteuerung und Planung. Die Anforderungen werden immer höher, Fachhändler und Fachplaner können die erforderliche Ausbildung oft aus eigener Kraft nicht leisten oder sind als Unternehmen zu klein, um Nachwuchs aus den eigenen Reihen heranzubilden.

Die Hochschule als neuer Weg

Seit einigen Jahren werden zwei Hochschul-Studiengänge angeboten, einmal Life-Cycle-Catering mit Bachelor-Abschluss in Fulda und zum anderen Facility-Services mit Master-Abschluss in Albstadt-Sigmaringen.  Der Studiengang in Fulda wurde vom Fachverband GGKA  initiiert, der genau die vorgenannten Defizite klar erkannt hatte. Gemeinsam mit der Hochschule Fulda wurden über das Land Hessen EU-Mittel zur Ausarbeitung eines branchenspezifischen Studiengangs eingeworben. Vertreter von GGKA und VdF, später auch des HKI haben an der Ausarbeitung des Curriculums intensiv mitgearbeitet, so dass heute ein Angebot besteht, dass passgenau auf die Bedürfnisse von Planungs- und von Handelsunternehmen zugeschnitten ist. Wer über das dreijährige Bachelorstudium hinaus einen wissenschaftlichen Abschluss anstrebt, für den bietet sich der zweijährige Masterstudiengang an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen an.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Das liest sich toll, und sieht nach einer perfekten Lösung aus. Doch weit gefehlt. „Wir haben die Schwierigkeiten eines bundesweiten Dualen Studiums unterschätzt“, so Grothkopp. „Die erfolgreichen Modelle sind Regional, oft auf ein Bundesland bezogen, was dem Föderalismus geschuldet ist. Bislang kommen 90 % der Studierenden aus GGKA-Mitgliedsunternehmen, der sich hier sehr stark engagieren. In der Regel müssen sich die Betriebe in der Region selbst um Interessenten bemühen.“  Damit sich das ändert, wird aktuell ab dem Wintersemester 2016/17  das Bachelor-Studium in Fulda nicht mehr obligatorisch mit einer Berufsausbildung z. B. zum Groß- und Außenhandelskaufmann verbunden sein.

Chancengipfel sorgt für frischen Wind und eine bessere Wahrnehmung der Branche

Die große Chance der Veranstaltung, die am 6. Oktober im Berliner Estrell stattfinden wird, liegt nicht nur im Schulterschluss aller wichtigen Branchenverbände. Sie liegt vor allem auch in einer gesteigerten Wahrnehmung und Wertschätzung der Branche. Es bleibt zu hoffen, dass es den Akteuren gelingt, auch die Politik, den DEHOGA und andere wichtige Institutionen mit ins Boot zu holen. Gelungen ist dies bereits bei der Zulieferindustrie. Die Liste der  Sponsoren ohne deren Unterstützung ein solcher Großevent nicht finanzierbar wäre, liest sich wie das“ Who is Who“ wichtiger Hersteller.

Wir wünschen dem Chancengipfel vor allem aber auch eine positive Resonanz in den Medien, in der Tages- wie auch in der Fachpresse.  Dies wird dazu beitragen, dass die Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung im Ranking der Berufe in der Wertschätzung nach oben steigen – beispielsweise als Ingenieurbranche – um ein attraktives Angebot für potentielle Studenten und Nachwuchskräfte zu bieten.

Frank Wagner, Präsident des FCSI Deutschland-Österreich e.V. und Referent auf dem Chancengipfel, sieht vielfache Möglichkeiten auf für Seiteneinsteiger. Auch er hat ursprünglich in der DDR Lebensmitteltechnik studiert, bevor ihn seine berufliche Laufbahn nach der Wende in die Küchenplanung führte. Heute ist er als Gesellschafter des Planungsbüros K3 mit Sitz in Berlin international unterwegs: von Moskau bis Nairobi, von Dubai bis Singapur. Er verspricht:  unsere Branche hat Zukunftspotential, und es wird garantiert nie langweilig. Sicherlich auch nicht beim Tagungsevent im Estrel oder beim Branchenabend im Restaurant SAGE. Hier finden Sie das ausführliche Programm und Anmeldeformular. Am besten gleich heute ausfüllen und absenden.  Mitglieder der beteiligten Verbände erhalten günstige Sonderkonditionen.

Hildegard Dorn-Petersen FCSI

Ideelle Träger:

FCSI Deutschland-Österreich e.V.  Foodservice Consultants Society International (FCSI)  www.fcsi.de

Fachverband Gastronomie- und Großküchenausstattung e.V. (GGKA)    www.ggka.de

Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. (HKI) www.hki-online.de

Verband der Fachplaner Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung e.V. (VdF) www.vdfnet.de

Verband der Hersteller von gewerblichen Geschirrspülmaschinen e.V. (VGG) www.vgg-online.de