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FCSI Jahrestagung 2015

FCSI zu Gast in Dresden

Der FCSI traf sich im November in Dresden und beschäftigte sich mit Führungskultur und Arbeitswelt, Beratung und Planung im Wandel – herausfordernde Themen auf der Suche nach positiven Anreizen für Neugierige, Querdenker und Risikobereite

Der eigentliche und ungeschmälerte Genuss einer Reise beginnt erst in dem Augenblick, in dem wir uns ihrer als etwas Vergangenem erinnern.
(Friedrich Schiller)

Nicht nur Friedrich Schiller, sondern auch Erich Kästner und Theodor Körner haben einen Teil ihres Lebens in Dresden verbracht. Auch Richard Wagner und Dresden verbindet eine besondere Beziehung. Hier verbrachte der spätere Komponist seine Kindheit und Jugend, hier besuchte er die Kreuzschule, wurde er Königlich-Sächsischer Hofkapellmeister und leitete die Liedertafel. Im Februar 1945, nur wenige Monate vor Ende des 2. Weltkriegs, wurde Dresden durch alliierte Luftangriffe fast völlig zerstört. Wer heute vor der wieder erbauten Frauenkirche steht, deren Vollendung vor fast genau 10 Jahren gefeiert wurde, glaubt fast an ein Wunder. Die Mitglieder des FCSI, die zur Jahrestagung nach Dresden gekommen waren, konnten dies hautnah erleben, den Turm der Frauenkirche erklimmen und einen Blick auf das wieder erblühte Dresden werfen.

Ganz bewusst hatte der FCSI (Foodservice Consultant Society International) als internationaler Verband die Stadt Dresden als Tagungsort der Jahrestagung vom 13. – 15. November 2015 gewählt, und wurde doch durch die aktuelle Entwicklung eingeholt. Helmut Apitzsch, DEHOGA-Präsident Sachsen ist optimistisch und leidgeprüft zugleich, hatte er doch auf eine nachhaltige Umsetzung des Tourismuskonzeptes 2020 und eine Steigerung der Wertschätzung für den Tourismus als Wirtschaftsfaktor gehofft.  Als Gastredner vor mehr als 90 Teilnehmern sprach er offen über die negativen Auswirkungen von Pegida, bis hin zur Absage von großen Kongressen. Ein Diskurs über Werte kann helfen, da waren sich die Keynote-Sprecher der Tagung einig.

Die Welle des Wandels

Noch keine Generation vor uns erlebte eine Entwicklung, die so von rasanten Veränderungen geprägt war wie heute. Der Wandel hat auch vor dem FCSI nicht halt gemacht: in den Jahren 2010 – 2013 stand beim KOMPETENZFORUM die Kernkompetenz des FCSI, seiner professionellen Berater und Planer im Mittelpunkt. Heute geben international gefragte Referenten und renommierte Experten neue Impulse und lassen die FCSI’ler an ihrem Fachwissen teilhaben. Das Konzept geht auf: wie schon zur Jahrestagung 2014 in Hamburg, kamen wieder mehr als 90 Gäste nach Dresden.

„Die Zukunft steht nicht in den Sternen, sie ist greifbar. Und das, weil der wichtigste Faktor in der Betrachtung der Entwicklung der Zukunft der Mensch ist.“ Davon ist Oliver Leisse, Trendforscher und Inhaber von SEE MORE mit Sitz in Hamburg überzeugt. „Die Technik hat sich weiterentwickelt, die Investoren stellen Geld zur Verfügung. Die Revolution unserer Zeit aber ist der Wandel in der Bereitschaft der Menschen Neues auszuprobieren, sich auf neue Angebote einzulassen.“ Dies gilt auch und in besonderem Maße für Hotellerie und Gastronomie. Hier gilt es, als Gastgeber rechtzeitig über den Tellerrand hinaus zu gucken.  „Ihre Branche darf den Veränderungen nicht folgen, sie sollte sie gestalten!“, so Oliver Leisse. Aus Mahlzeit wird Wahlzeit, der Anspruch an die Qualität steigt und die Nachfrage nach veganen Speisen boomt. Jedes durchschnittliche Essen im Restaurant wird zur Beleidigung. Oliver Leisse lädt ein, auf die Kreativität der Mitarbeiter zu setzen und täglich für kleine WOW’s zu sorgen.

„Führung im Wandel“ war das Thema von Silke Katterbach. Die Diplom-Psychologin warnt davor, von der Welle des Wandels überrollt zu werden wie von einem Tsunami. Sie hat gemeinsam mit „nextpractice“ in einer Kulturstudie 400 Manager in Deutschland befragt und festgestellt, dass mehr als drei Viertel eine drastische Veränderung im Führungsstil für unabdingbar halten. Die zunehmende Vernetzung bietet die Möglichkeit zur Einmischung. Allerdings, so Katterbach, entscheidet in vernetzten Systemen nicht der Anbieter, sondern der Nachfrager. Silke Katterbach rät den FCSI-Beratern und Planern zum „Segeln auf Sicht“, d.h. sich selbst einzulassen auf ergebnisoffene Prozesse, und dies natürlich auch dem Kunden zu vermitteln. „Die Zeiten, in denen ein Berater mit einer fertigen Lösung zum Auftraggeber kommt, sind auf alle Fälle vorbei.“ Weitere Handlungsansätze: Menschen zu befähigen, in Netzwerken zu agieren, aber auch die eigenen Grenzen zu definieren.

Zu den weiteren Referenten zählte Dr. Ilse Ennsfellner, die sich mit der Zukunft der Unternehmensberatung beschäftigt. Die gute Nachricht für professionelle FCSI-Mitglieder: Gefragt sind erfahrene Berater mit Branchenwissen und Projekterfahrung, so Dr. Ennsfellner. Der Kuchen wird aus ihrer Sicht nicht größer, der Markt ist vor allem im Spitzensegment gesättigt und Betreuung von Bestandskunden steigt in der Bedeutung. Um im Wettbewerb bestehen zu können, reicht durchschnittliche Beratungsqualität nicht mehr aus. „Exzellenz in der Unternehmensberatung“ ist ihr Lösungsansatz, die Begeisterung hervorruft, mit einem klaren Fokus auf Interessen und Mehrwert für den Kunden. Eine weitere Chance sieht sie in der Beratung von Frau zu Frau, denn viele neue Unternehmen werden in Zukunft weiblich sein.

Dr. Peter Agel von Oracle Deutschland sieht die Entwicklung in der Hospitality Industry eher pragmatisch: Den Buchungsprozess kann man digitalisieren, aber nicht der physische Aufenthalt. Der Mensch muss essen, schlafen, sich reinigen. Ist er unterwegs, benötigt er dazu in der Regel ein Hotel. Vergessen hat er dabei allerdings den Boom der Sharing Economy und AirBnB, die rund um den Global zu Mitbewerbern werden.

Die Moderation der Fachtagung lag in den bewährten Händen von Frank Wagner und Björn Grimm, die sich über die positive Resonanz und die zahlreichen Gäste freuten, darunter auch einige neue Mitglieder: Dr. Christian Milan (Milan Ingenieurbüro, Berlin) und Oliver Schanz (GKT Planungsgesellschaft mbH, Verden), der am Vortrag erfolgreich die Prüfung als Professional Member abgelegt hat.

Bereits seit 2014 professionelles Mitglied im FCSI Deutschland-Österreich e.V. ist Thomas Mertens FCSI. Der Küchenplaner, Berater und Inhaber der Firma S.A:M® GmbH mit Sitz in Kolbermoor wird künftig im Vorstand das Resort Marketing verantworten. In der Mitgliederversammlung am 13.11. wurde er einstimmig ins Amt gewählt.

Von links: Oliver Leisse, Helge P. Pahlke FCSI, Dipl.-Psych. Silke Katterbach, Hildegard Dorn-Petersen FCSI, Dr. Ilse Ennsfellner, Frank Wagner Präsident FCSI D-Ö.
Reihe oben: Gerhard Kramer, Björn Grimm Vizepräsident FCSI D-Ö, Roberto Assi, Thomas Mertens FCSI (neu im Vorstand), Klaus Häck FCSI.

Neue Gesichter auch bei den Fördermitgliedern:
Brian Jahnke (Specifi), Christian Zöger (NordCap), Sören Hartmann (Steripower) und nicht zuletzt als alter Bekannter Volker Hirsch (ascobloc). Markus Aehling vertritt künftig gemeinsam mit Anja Erdl Oracle (früher Micros Fidelio).

Einen besonderen Dank richteten Präsident Frank Wagner und Vize Björn Grimm an die Corporate Members des FCSI, denn möglich wurde das umfängliche Programm nur durch die großzügige Unterstützung der Fördermitglieder des FCSI Deutschland-Österreich e.V.: UniMac (Platin-Sponsor), Hobart, MKN und Meiko (Gold-Sponsoren), Blanco, Küppersbusch, WMF, Rational und Melitta (Silber)sowie Ambach, Elro, Manitowoc, Palux und Hoshizaki (Bronze).

Das Rahmenprogramm der Veranstaltung war amüsant und kurzweilig. Zum Auftakt wurden die FCSI’ler mit 24 Fahrzeugen auf Trabi-Safari durchs nächtliche Dresden geschickt, die im historischen Sophienkeller ihren Ausklang fand. Welcher Wessi hätte je gedacht einen Trabi zu fahren? Knüller, Highlight, spitzenmäßig – so die Kommentare.

Das Steigenberger Hotel de Saxe war Gastgeber par excellence, mit einem hochmotiviertem Bankettteam und ausgezeichneter gastronomischer Leistung. Das Treppenhaus im Stadtmuseum bildete die richtige Bühne für ein abschließendes Foto einer gelungenen Veranstaltung (siehe Titelseite).