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FCSI Jahrestagung 2012

Tagen in der Immobilie der Mobilität

Sensationelle Location am Frankfurter Flughafen sorgt für große Resonanz und begeisterte Teilnehmer zur Jahrestagung 2012 des FCSI Deutschland-Österreich e. V.

Dimensionen

Imposant, beeindruckend und nur wenige Minuten zu Fuß vom Terminal 1 – das ist das Hilton Frankfurt Airport im faszinierenden THE SQUARE.  Der futuristische Gebäudekomplex hat eine Gesamtfläche 200.000 m², davon 140.000 m² Miet- und 145.000 m² Fassadenfläche. Die Länge von 660 Metern entspricht neun aneinander gereihten Jumbo Jets, die Breite von 65 Metern ist gleich der Spannweite einer Boeing 747. Die beiden Hotels Hilton Frankfurt Airport und Hilton Garden Inn – erstmals in Europa unter einem Dach - nehmen davon circa 35.000 m², also ein Viertel der Fläche ein. Das 5-Sterne-Hilton zählt dabei 249 Zimmer, das Hilton Garden Inn 334 Zimmer. Weitere Hauptmieter der „New Work City“ sind die KPMG und die Lufthansa.

Wie ein Puzzle fügten sich die Präsentationen der einzelnen Referenten, um das Ausmaß des Gesamtprojektes deutlich zu  machen. Im Focus der Tagung standen nicht nur das Konzept der Hotel-Duos, sondern vor allem Küchen beider Häuser. Dieser Bereich nimmt – verglichen mit dem Gesamtinvestment – einen winzigen, aber wesentlichen Teil ein: 0,002 % des Gesamtinvestments, und 0,0015 % der Gebäudefläche.

 

 

Professionelle Planung zahlt sich aus

Den Teilnehmern der FCSI-Fachtagung bot sich eine einmalige Gelegenheit, Einblick in die zwei Hotels und ihre Küchen zu nehmen. Davon gibt es drei – die Hauptküche für das Restaurant „Rise“ im Luxus-Hilton, die Showküche mit Pizzaofen im Garden Inn und die Produktionsküche. Sie versorgt, vorwiegend im Cook & Chill-Verfahren, mit einer Kapazität von rund 800 Essen pro Tag die Bankett-Küche, sowie das leibliche Wohl der 200 Mitarbeiter der beiden Häuser. Das mag wenig erscheinen, wird aber durch zentrale Administration, Verkaufs- und Reservierungsabteilung sowie Outsourcing entschärft.

Federführend für die Planung dieses Bereiches war Michael Flatow, Inhaber der Flatow & Drews Consulting GmbH & Co. KG und Schatzmeister der europäischen FCSI EAME-Division. Alle beteiligten Projektpartner lobten die vorbildliche und gut definierte Ausschreibung der FCSI-Planer, inklusive klarer und deutlicher Vorbedingungen, die eine Angebotserstellung für das als Referenzprojekt hoch begehrte Objekt sehr erleichtert hat. Die Präsentation aus dem Team von Flatow & Drews Consulting übernahm Senior Project Manager Jan Grubb, der selbst maßgeblich an der Planung und Bauleitung der Küchenbereiche und Baranlagen beteiligt war.

 

Hinter den Kulissen

Spannend für die Tagungsgäste war es, dass sie sich vor Ort von zahlreichen Gewerken „back of the house“ überzeugen konnten, welche die Referenten zuvor in ihren Vorträgen ausführlich erläutert hatten. Und auch so manche große und kleine Planungssünde kam zu Tage. Völlig unterschätzt hatte der Bauherr die Kosten für die Zuführung einer Gasleitung in das Objekt, die einen sechsstelligen Betrag ausgemacht hätte. Als in diesem Fall das „No go“ kam, waren Küchenblock und Kühltechnik schon gebaut – ein aufwändiger Umbau der Geräte war die Folge.

Zu den Lieferanten zählt unter anderem MEIKO. Das Investment in 12 Spülmaschinen entspricht einem  Sportwagen = 150.000 Euro. Hilton legt Wert auf Frische – die 2 Salat- und Gemüsespülmaschinen warten bereits in der Anlieferungszone auf ihre Beute. Für die richtige Kälte sorgen die Geräte der schwäbischen Spezialisten von „cool compact“. Die Herdblöcke wurden bei MKN gefertigt. Convotherm lieferte 4 Combi-Gargeräte.  Rieber fertigte die Küchen- und Tresenausstattung. Küchenlöschanlagen braucht man zweimal im Leben – einmal bei der Bauabnahme, und dann wenn es brennt. Ansul schützt vor Fettbränden auf Kochgeräten und in der Küchenabluftanlage.

 

Kein einfaches Projekt

Erhebliche Bauverzögerungen machten eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Planern und Lieferanten notwendig. Viele Geräte waren bereits Mitte 2009 fertig gestellt – vom Küchenblock bis zur Kühltechnik, und mussten – wie zuvor erwähnt – von Gas auf Strom umgerüstet werden. Erst im Frühjahr 2011 war es dann endlich so weit, dass viele ihre Produkte endlich liefern duften. Dies Bedeutete für viele Lieferanten zwei Jahre Kapitalbindung und belegte Lagerflächen. Doch offensichtlich konnte alles partnerschaftlich geregelt werden.

Fernab von aller Küchentechnik agierten die Innenarchitekten, Peter Joehnk und seine Frau Corinna. Mit ihrem Unternehmen „JOI Design“ und 40 Mitarbeitern sind sie spezialisiert auf außergewöhnliche Hotel –und Gastronomieprojekte – für Europa das größte Büro in diesem Segment, aber weltweit aus der Sicht von Peter Joehnk „ein Zwerg“. Er und sein Team hatten 2004 den ersten Ideenwettbewerb für das Objekt gewonnen. Bemerkenswert, dass die damalige Entwurfsplanung fast 1:1 in die Realisierung übernommen wurde.

Peter Joehnk sieht aktuell die Gefahr, dass Hotelarchitekten zu Selbstdarstellern werden. „Witzig ist gut, aber nicht als Selbstzweck“, so der erfolgreiche Innenarchitekt. Gags muss man nach ein paar Jahren auch wieder entfernen können, sonst wird es zum einen langweilig, zum anderen teuer, wenn die Motive nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Der Zugang zu den beiden Häusern war dabei äußerst unterschiedlich: Während für die Ausstattung des 5-Sterne-Hiltons ein individuelles Konzept entwickelt wurde, galten für das Garden Inn die internationalen Standard-Anforderungen – mit geschätzt halben Gestehungskosten pro Zimmer.

Ob Front-  oder Back oft he House: das Experiment ist gelungen, da waren sich alle FCSI-Gäste einig. Beeindruckt zeigte sich auch Jonathan Doughty, Europa-Präsident des FCSI, der es sich nicht hatte nehmen lassen, an diesem Event teilzunehmen. Zufriedenheit auch bei den Projektbeteiligten und Sponsoren der FCSI-Jahrestagung.  Das einige Problem wird die Wahl eines geeigneten Veranstaltungsortes für November 2013 zu finden – weg von „Big is beautyful“ hin zu ganz anderen, einzigartigen Konzepten.

 

Referenten der FCSI Fachtagung Hilton & Hilton Garden Inn Frankfurt Airport

Ian Grubb FCSI Flatow & Drews Consulting Planung
Thomas Loos MEIKO Spültechnik
Rainer Müller MKN Küche
Friedhelm Schwald cool compact Kühltechnik
Rüdiger Bockholdt Hoshizaki Eiswürfelbereiter
Hermann Leszek Rieber Küchentechnik
Jan Waldow Tyco / Ansul Brandschutz
Peter Joehnk JOI-Design Innenarchitektur